Mitglied werden
Startseite / Über uns / Vereinsgeschichte

Unsere Vereinsgeschichte

Die St. Johanni-Bruderschaft Senden blickt auf mehr als vier Jahrhunderte zurück und gehört damit zu den ältesten Schützenbruderschaften im Münsterland. Ihre Geschichte beginnt in einer Zeit, die von Krieg und Unsicherheit geprägt war.

Um 1600 lag das Münsterland mitten im Grenzgebiet des Spanisch-Niederländischen Krieges. Söldnertruppen zogen plündernd durch das Land, und im April 1587 brannten spanische Soldaten das Dorf Senden fast vollständig nieder. Nur Kirche und Turm blieben stehen. In dieser Not taten sich die Männer des Dorfes zusammen und gründeten 1602 die St. Johanni-Bruderschaft. Ihr Anliegen war zunächst ein christliches: Sie wollten Kranken und Bedürftigen beistehen und den Verstorbenen ein würdiges letztes Geleit geben. Bald übernahmen die Brüder auch den Schutz des Dorfes vor Überfällen. Unter dem Schutz des heiligen Johannes des Täufers wuchs so eine Gemeinschaft, die füreinander einstand und die guten Zeiten gemeinsam feierte. Bis heute wird das Schützenfest um seinen Namenstag am 24. Juni gefeiert.

In den folgenden Jahrhunderten wurde die Bruderschaft immer wieder auf die Probe gestellt. Die Pest, zwei Weltkriege, Hungerjahre und die Inflation brachten das Vereinsleben mehr als einmal zum Erliegen. Aufgegeben hat die Bruderschaft jedoch nie. Nach dem Zweiten Weltkrieg wagten die Sendener 1949 einen Neuanfang: Am Tag der ersten Generalversammlung traten 100 neue Mitglieder bei. Weil Gewehre noch verboten waren, schossen sie beim ersten Nachkriegsfest mit selbstgebauten Armbrüsten auf den Vogel. Auch die lange Pause während der Corona-Pandemie hat die Gemeinschaft gut überstanden.

Tradition heißt für die Bruderschaft nicht Stillstand. Zum 400-jährigen Jubiläum im Jahr 2002 wurde erstmals ein Kaiser ausgeschossen, der bis zum nächsten großen Jubiläum regiert. Seit 2015 wird bei jedem Schützenfest nur noch ein König ermittelt. Feste Termine im Vereinsjahr sind außerdem das Kinderschützenfest und das Baumpflanzen der Majestäten im Königspark, wo jedes Königspaar seinen eigenen Baum setzt.

Was die Gründer vor über 400 Jahren verbunden hat, trägt auch heute noch. Auf der Fahne der Bruderschaft steht der Leitspruch Glaube – Heimat – Sitte.

Vom 18. bis 20. Juni 2027 feiern wir das 425-jährige Bestehen der St. Johanni-Bruderschaft, und dazu laden wir ganz Senden herzlich ein.

1566–1609
Spanisch-Niederländischer Krieg. Das Münsterland ist Grenzgebiet, Senden wird mehrfach heimgesucht.
11. April 1587
Spanische Truppen brennen das Dorf Senden mitsamt der Burg nieder.
1591
Niederländische Truppen plündern Senden.
1598–1599
Spanische Truppen beziehen in Senden ihr Winterquartier.
1602
Gründung der St. Johanni-Bruderschaft. Die erste Plakette an der Königskette trägt diese Jahreszahl.
1614
Die ersten Statuten der Bruderschaft
1624
Die Pest wütet in Senden.
1726
Die Statuten werden erneuert und von den Brüdern beschworen.
1868
Anschaffung einer neuen Bruderschaftsfahne
26. Mai 1870
157 Sendener Bürger gründen eine gemeinsame Schützengesellschaft für Dorf und Kirchspiel. Die Bruderschaft behält ihre Rechte und ihre karitativen Aufgaben.
1914
Feier des 300-jährigen Bestehens
1915–1921
Wegen des Ersten Weltkriegs finden keine Schützenfeste statt.
1927
Neue Königsketten. Die Bruderschaft stiftet den silbernen Vogel.
27. Februar 1938
Die St. Johanni-Bruderschaft und die Schützengesellschaft Gettrup-Dorfbauerschaft schließen sich zur Allgemeinen Schützen-Gesellschaft zusammen.
1939
Letztes Schützenfest vor dem Zweiten Weltkrieg, die Bruderschaft hat 307 Mitglieder.
1940
Die Bruderschaft muss die vom NS-Staat vorgeschriebene Einheitssatzung übernehmen. Das Vereinsleben ruht während des Krieges.
15. Mai 1949
Neubeginn nach dem Krieg: Die Bruderschaft nimmt 100 neue Mitglieder auf und hebt den Zusammenschluss von 1938 auf.
1949
Erstes Schützenfest nach dem Krieg, mit Armbrust statt Gewehr
1952
Feier des 350-jährigen Bestehens
1955
Wegen zu geringer Beteiligung fällt das Schützenfest aus.
12. Juli 1958
Einweihung der von der Bruderschaft finanzierten Ehrentafeln am Kriegerdenkmal
1963
Weihe einer neuen Bruderschaftsfahne
1971
Erstes Kinderschützenfest und erster Königsball
1977
Feier des 375-jährigen Bestehens
22. Januar 1989
Georg Kemper folgt Heinz Schulte nach 29 Jahren als Vorsitzender.
1989
Kein Schützenfest aus Kostengründen, stattdessen ein Frühschoppen
1992
Das Schützenfest findet erstmals in der Steverhalle statt.
2002
400-jähriges Jubiläum mit erstem Kaiserschießen und neuer Vereinsfahne
18. Januar 2009
Jörg Pohlmann wird Vorsitzender.
2014
Neue Festfolge (Freitag bis Sonntag) und erstes Badewannenrennen der Sendener Schützenvereine
11. Januar 2015
Satzungsänderung: Die Bruderschaft ermittelt seitdem nur noch einen König pro Schützenfest.
27. Januar 2019
Die Generalversammlung beschließt, das Schützenfest künftig wieder im Festzelt zu feiern.
Juni 2019
Nach 27 Jahren in der Steverhalle wird das Schützenfest wieder im Festzelt gefeiert.
2020–2021
Wegen der Corona-Pandemie finden keine Schützenfeste statt.
Juni 2022
Erstes Schützenfest nach der Pandemie
2023
Tobias Möllers wird Vorsitzender.
18.–20. Juni 2027
425-jähriges Jubiläum